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Mikroklima
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Mikroklima +++ [8.4.2009] Die Gravelottestraße liegt im Münchner Stadtteil Haidhausen. Unweit vom Ostbahnhof. Vier Kneipen - Raucherclubs allesamt. Absurdistan wohnt gegenüber. Die Sparkasse in München ist am einen Eck. Wenige Meter weiter das hässlichste Straßencafé des Viertels: McDonalds. "Hartz 4-Stubn". Wer ein Menü zum Mitnehmen wählt, muss 231 Meter zurücklegen, bis er sich vor der Gravelottestraße 11 befindet. So lange braucht der Durchnittsgast, bis er sein Menü verzehrt hat. Dann stellt er in der Regel genau dort seinen Müll ab. Samt Halbliterbecher, leer mit einem Rest geschmolzener Eiswürfel. Von der anderen Seite, dort wo sich samstagabends am Eck in einer Latinobar die Jugend mit Cocktails füllt, wankt in der Nacht einer der Chicas oder Chicos, nachdem schon lange kein Caipi mehr ausgeschenkt wird, Richtung Pariser Platz. Die 35 Meter genügen für den letzten kleinen Feigling am Abend, der dann - leer - ebenfalls auf den Fensterbrettern im Erdgeschoss von Nummer 11 abgestellt wird. Laminare Strömungen von der Orleanstraße bringt Weiteres in die Gravelottestraße. Samstagsblätter am Samstag, den Haidhauser Anzeiger am Mittwoch. Gelegentlich mischt sich ein Aldiprospekt darunter. Es scheint dem Mikroklima und den kleinräumigen Turbulenzen geschuldet zu sein, dass sich der Unrat bei der Hausnummer 11 sammelt. Die Müllabfuhr kommt meistens dienstags. +++
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